Aktuelles
HEIDE - Der Landesverband der Tafeln in Schleswig Holstein tagte in der Kreisstadt
Tafeln reagieren auf steigenden Bedarf: Neue Kooperationen und strukturelle Anpassungen
Die diesjährige Versammlung der Tafeln stand ganz im Zeichen wachsender Herausforderungen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Bundesland sehen sich die Einrichtungen mit einem deutlich steigenden Bedarf konfrontiert und richten ihre Strukturen entsprechend neu aus. Über 50 Tafeln aus dem Land Schleswig-Holstein hatten sich in den Konferenzräumen der „Alten Druckerei“ im Hause Boyens Medien dazu versammelt.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die verstärkte Zusammenarbeit mit der Tafel Hamburg im Rahmen der Initiative „Allianz für Lebensmittel“. In enger Kooperation mit dem Logistikunternehmen Dachser werden dabei neue Wege erschlossen, um Lebensmittel direkt bei Erzeugern und Produzenten zuverlässig und auch in größeren Mengen zu übernehmen und effizient zu verteilen. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit langfristig zu stärken.
Diese Entwicklung wird auch durch Veränderungen im Handel notwendig. Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Liefer- und Warenketten führt dazu, dass Überbestände gezielter reduziert werden. Für die Tafeln bedeutet dies: Weniger überschüssige Lebensmittel stehen zur Verfügung, während gleichzeitig die Zahl der Bedürftigen weiter steigt.
Die Tafeln im Land reagieren darauf mit einer strategischen Neuausrichtung. Eigene Auswertungen und Statistiken bestätigen dabei bundesweite Trends. So ist beispielsweise bei der Tafel in Heide der Anteil älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger unter den Kundinnen und Kunden inzwischen auf 16 Prozent gestiegen – ein deutliches Zeichen für die wachsende soziale Belastung auch in dieser Bevölkerungsgruppe.
Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, setzen die Tafeln verstärkt auf zentrale Strukturen. Mit dem Ausbau eines Zentrallagers konnte nicht nur die Logistik verbessert, sondern auch ein zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen werden. Gemeinsam mit der Tafel Hamburg als neuem Partner sehen sich die Tafeln damit besser aufgestellt, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen

Das Auge isst mit, weiß der Volksmund. Tatsächlich griffen die Gäste des Neujahrsempfangs der AWO Heide in der hauseigenen Begegnungsstätte genussvoll zu bei den dargebotenen kalten Platten und der wohlig wärmenden Hühnersuppe. In bewährter Weise waren die Speisen vom Küchenteam der Wärmestube zubereitet worden. „Ihr macht das immer ganz toll“, bedankte sich Karsten Wessels. Lob motiviert – und Karsten Wessels weiß zu schätzen, was er an seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den ehrenamtlichen tätigen AWO-Mitgliedern hat. Er brachte es in seiner Ansprache einmal mehr zum Ausdruck.
„Es tut gut, in diesen herausfordernden Zeiten abseits des Tagesgeschäftes zusammenzukommen, in netter Runde miteinander zu sprechen und die eine und andere Anregung mitzunehmen“, meinte Karsten Wessels im Kreis der geladenen Gäste. Zuvor hatte der Vorsitzende des Heider Ortsvereins die derzeitige Situation des Vereins umrissen. Er ging auf die zahlreichen Projekte ein, für die im vergangenen Jahr mehrfach Fördermittel eingeworben werden konnten. Kinder und Jugendliche in Heide und Umgebung sowie für die Tafel profitierten davon. „Wir begegnen den Herausforderungen der Zeit. Schon seit längerer Zeit liegen diese auch in der steigenden Zahl der Bedürftigen.“ Karsten Wessels nannte als aktuelles Beispiel die Tafel, wo die Lebensmittelspenden nicht in dem Maße mithalten würden wie die Nachfrage steige angesichts der zunehmenden Zahl der Tafelkundinnen und -kunden. „Seit mehr als 30 Jahren erhalten in unserer Wärmestube bedürftige Menschen wochentags eine warme Mahlzeit. Unbürokratisch helfen wir auch in akuten Notlagen, wie beispielsweise derzeit nach den Wohnungsbränden in der Gorch-Fock-Straße.“ Bei der AWO gehe es nicht um Gewinn, Umsatz und Zuwachs, sondern immer um Menschen in Notsituationen. Erfreulich: Mit den wachsenden Herausforderungen durch das Auseinanderdriften der Gesellschaft sei vor Ort auch die Solidarität gewachsen. Unter dem Motto „Dithmarscher helfen Dithmarschern“ zeige sich dies bei der Sterntaleraktion und im Projekt „Einzelfall-Nothilfen bei steigenden Lebenshaltungskosten“. „In diesem Zusammenhang bedanke ich mich ausdrücklich bei allen Spenderinnen und Spendern, ohne deren Unterstützung die AWO nicht ansatzweise leisten könnte, was sie leistet.“
Nach Meinung von Karsten Wessels sei die Situation der Gesellschaft besser als die aktuell verbreitete Stimmung. Er appellierte an die Gäste, sich zukunftsorientiert für Lösungsvorschläge und „für eine solidarische Verteidigung der Werte unserer Demokratie zu engagieren“. Nach Karsten Wessels sprach Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat zu den Gästen. Auch er betonte den hohen Stellenwert, den die AWO im sozialen Gefüge der Stadt Heide innehabe. Hans Jürgen Block, Vorsitzender des „Jugendferienwerkes Kreis Dithmarschen“, bedankte sich für das praktische Engagement des AWO-Jugendwerkes bei der Umsetzung von Ferienfreizeiten und Sonderveranstaltungen. Mit Dank an das AWO-Vorstandskollegium wies Wessels zum Schluss auf den notwendigen Generationswechsel in der Führung des Vereins hin, der jetzt mit einem strukturieren Prozess eingeleitet werde. Der Generationswechsel betreffe auch ihn. Karsten Wessels kündigte sein Ausscheiden aus dem Vorstand im Jahr 2026 an.
Karsten Wessels bleibt der Organisation weiterhin eng verbunden. Neben seinen Aufgaben auf Landesebene wird er dem neuen Vorstand beratend zur Seite stehen und damit auch künftig ein wichtiger Bestandteil der AWO Heide bleiben.
Die Jahreshauptversammlung war zugleich von zahlreichen Ehrungen und einer würdigen Verabschiedung geprägt. Sie markiert einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der AWO Heide als feste und unverzichtbare soziale Institution in der Region.
Mit Blick auf die zunehmend angespannte finanzielle Lage von Land, Kreisen und Kommunen wurde deutlich, dass auch die AWO Heide und ihr Umfeld vor großen Herausforderungen stehen. Umso mehr wird es darauf ankommen, das Engagement weiter auszubauen und neue Wege in der sozialen Arbeit zu gehen.
Zu den Ehrengästen der Veranstaltung zählten unter anderem Landrat Torben Schütt, Stadtpräsident Michael Stumm, Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzeit, der CDU-Fraktionsvorsitzende Marc Trester, Pastorin Astrid Buchin, Martin Lineke von der Agentur für Arbeit im Jobcenter, Klaus-Jürgen Esch vom AWO-Kreisverband, Petra Mewes von der Diakonie Heide, Egon Schlieker vom DRK-Ortsverband, Karin Giaffreda vom SVoD Heide sowie Winfried Sarner vom Sozialverband.

Sommerfest der guten Laune
Der Ortsverein Heide der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte erstmals wieder zu einem Sommerfest eingeladen. Und die Mitglieder kamen gerne – und sie fühlten sich wie immer gastfreundlich empfangen und aufs Angenehmste vom AWO-Team bewirtet mit Kaffee, Eis und einem Grillbuffet. „Unser Sommerfest hat eine lange und gute Tradition“, sagte Karsten Wessels, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Heider AWO in seiner Begrüßung. Für die Stadt Heide war Dr. Carsten Dethlefs gekommen, der in seinen Grußworten die überaus starke Bedeutung der sozialen Arbeit hervorhob, die die AWO seit vielen Jahren für und in Heide leistet. Gesellschaftliche Solidarität und umfassende Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben waren Kernpunkte seiner Worte. Und damit befand er sich voll und ganz auf einer Linie mit Karsten Wessels.
Für das Miteinander, das füreinander Einstehen der Menschen war schon Karsten Wessels in seiner Begrüßung eingetreten. „Alle sind gefordert, jeder einzelne von uns, dem es dank seiner Lebensumstände möglich ist“, mahnte er an. In diesem Zusammenhang wies der Heider AWO-Chef auf die landesweite Aktion „Hand-in-Hand-für Norddeutschland“ hin und erläuterte das Projekt „Dithmarscher helfen Dithmarschern“. Mit diesem wollen die zwei Hauptinitiatoren Menschen in unserer Region unterstützen, die durch die drastisch steigenden Kosten für Strom und Wärme in existentielle Not geraten. Mit der Idee zur Initiative waren die Dithmarscher Klaus Hinsch und Michael Stelter und deren Familien auf die AWO – ahnungsvoll vorausschauend – bereits im Frühjahr zugekommen. Nun sind die Eckpunkte des Spendenaufrufs auch juristisch geklärt und der AWO-Spendenappell „Gemeinsam durch die Krise bei den hohen Energie- und Lebenshaltungskosten“ ist öffentlich und kann transparent erläutert werden. Gerade auch hinsichtlich der Auswahl der Nutznießer, die von einem unabhängigen Gremium nach sozial ausgewogen definierten Kriterien zugeordnet werden.
Auch zwei persönliche Botschaften lagen Karsten Wessels am Herzen. Die Begrüßung seines langjährigen Vorgängers als AWO-Geschäftsführer, Reinhold Siegel, und sein herzlicher Dank an Elisabeth Steinschule, die seit nahezu fünf Jahrzehnten Mitglied der AWO ist – und nach der diesjährigen Vorstandwahl noch einmal als Beisitzerin dem AWO-Ortsvereinsvorstand angehört. In diesem Zusammenhang weitere Personalien der Vorstandswahl im Frühjahr: 1. Vorsitzender: Karsten Wessels und dessen Stellvertreterin Sandra Klasen. Kassierer: Roland Knobbe. Beisitzer und Beisitzerinnen: Elisabeth Steinschulte, Silke Steffens, Reinhold Bischof, Delia Föks, Ellen Hinrichs und Christa Friedrich. Revisoren: Ingrid Braun, Christel Looft, Lothar Nottelmann, Dieter Lensch und Egon Chermoli.










