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Debatte um Armutskonferenz

Jahresempfang der AWO Heide
KIaus-Jürgen Esch übt offene Kritik an Mehrheit in der Meldorfer Stadtvertretung

Meldorf, 04.01.2010 - Der Vorsitzendes des AWO-Kreisverbandes Dithmarschen hat auf dem
Jahresempfang des Ortsvereins Heide eine Armutskonferenz in Meldorf angekündigt. ,,Dort
ist der Bedarf an lnformation am größten", erklärte Klaus-Jürgen Esch in einem Grußwort
und bezog sich auf das mehrheitliche "Nein" der Stadtvertreter zu einen Betriebskosten-Zuschuss für die
Meldorfer Tafel. Im Gegensatz dazu gebe es Unterstützung durch die Städte Heide und
Brunsbüttel, durch die Gemeinden Büsum und Albersdorf sowie durch die Ämter im Heider Umland,
Mitteldithmarschen und Marne-Nordsee für die örtlichen Tafeln. ,,Nur Meldorf, die Cittaslow Stadt,
die Stadt, die sich lhrer Nachhaltigkeit rühmt und den Anspruch hat, als heimliche Kulturhauptstadt
zu gelten, hat einen Antrag auf Übernahme der Mietkosten sowie der Mietneben- und Stromkosten
mit den Stimmen der CDU, der FDP und der WMF abgelehnt", Kritisierte Klaus-Jürgen Esch.

Den Meldorfer Stadtvertretern warf er vor, in der gleichen Sitzung einen ebenso freiwilligen
Zuschuss an den Wirtschafts- und Verkehrsverein für die Durchführung eines Mittelaltermarktes in
Höhe von 5.000 Euro zu beschließen. ,,Ein Zuschuss für einen zweitägigen kommerziellen
Mittelaltermarkt wird genehmigt, ein Zuschuss für ein ganzes Jahr gemeinnützige Tafelarbeit aber
verwehrt. Da ist in Meldorf so einiges in Schieflage geraten", so das Fazit des AWO-Kreisvorsitzenden.
Er kündigte zugleich einen Zuschuss des Kreisverbandes für die Tafelarbeit in Dithmarschen in Höhe
von 4.000 Euro an und bedankte sich vor allem bei den Spendern und den ehrenamtlichen
Mitarbeitern, die durch ihre Tätigkeit die Arbeit der Tafeln erst ermöglichen.

Zuvor hatte Klaus-Jürgen Esch noch einmal an die vier Ziele der Tafelarbeit hingewiesen:
Im Vordergrund steht: Lebensmittel retten und verteilen.
Dabei werden Menschen mit geringem Einkommen sehr kostengünstig mit gesunden Lebensmitteln
versorgt, zum anderen helfen in allen Tafeln und Ausgabestellen neben den ehrenamtlichen auch
Menschen in Arbeitsgelegenheiten. Vielfach sei es den Tafeln gelungen, diesen Menschen neuen Halt
zu geben und auch einen Einstieg auf dem ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Neben der Nutzung
von Lebensmitteln, die ansonsten vernichtet werden würden, leisten die Tafeln seit vielen Jahren einen
wirksamen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Außerdem leisten die Tafeln Kulturarbeit und tragen zur
sozialen Teilhabe bei. Als Beispiele nannte er Ausflüge und Schwimmkurse, Bastelnachmittage und
Hausaufgabenhilfen.

Info: Die Tafeln in Dithmarschen haben etwa 1500 Tafelausweise ausgegeben. Dahinter verbergen
sich ca. 3500 Menschen. Durchschnittlich leisten die Tafeln in Dithmarschen jeden Monat Über
10.000 Lebensmittelausgaben. Ausgabestellen gibt es in Brunsbüttel, Marne, Meldorf, Albersdorf,
Heide, Lunden, Wesselburen und Büsum

Ansprechpartner: Klaus-Jürgen Esch, Tel. 04835/979819, Mail: info@ra-esch.de

Bescherung

AWO putzt Stolpersteine

Heide, Sa. 9. November 2019:

Um 11:00 Uhr, vor der Buchhandlung Scheller Boyens,
setzt die AWO im Jahr ihres hundertjährigen Jubiläums ein Zeichen für Toleranz und gegen Antisemitismus.
Heutzutage treten vielleicht viele arglos auf der Gedenkstätte im Pflaster herum und erkennen nicht ihre Bedeutung. Die Rede ist von den kleinen Gedenktafeln aus Messing, den Stolpersteinen, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen wurden. 16.000 gibt es bisher in Europa, sieben davon in Heide. Diese Steine sind Teil der "Nie wieder" - Botschaft und zeigen, wie allgegenwärtig der Nationalsozialismus damals war.
Namen aus Heide, wie die Familie Stillschweig, Erich Böhling, Emil Schmekel und Lilly Wolff stehen stellvertretend für Viele, die Leidtragende der NS-Gewaltherrschaft wurden.
Sie mahnen uns heute, wo erneut Nazi-Parolen laut werden, aktiv für Demokratie und Menschenrechte einzutreten.
Auch die AWO gehörte ab Mai 1933 zu den verbotenen Organisationen. Sie weiß daher, wie wichtig es ist, ein Zeichen gegen Gewalt, Intoleranz und Antisemitismus zu setzen.

Die Stiftung gegen Extremismus und Gewalt aus Heide will eine möglichst breite Beteiligung in der Gesellschaft erreichen. Dafür werden abwechselnd demokratische Organisationen eingeladen, mit dieser symbolischen Aktion ein sichtbares Zeichen setzen.

In diesem Jahr werden die Steine von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Heide geputzt. Die AWO steht seit 100 Jahren für die Werte Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Integration und Toleranz. Alle Interessierten sind eingeladen, am 9. November 2019 an der Aktion teilzunehmen.

Karsten Wessels
Vorsitzender

100 Jahre AWO in Heide

Vorwort
Der Heider Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt, einer der erfolgreichsten Ortsvereine der Bundesrepublik Deutschland, so die Einschätzung des AWO- Bundesvorsitzenden Wilhelm Schmidt bei seinem Besuch in Heide im Februar 2005, zählt zu den ältesten AWO-Institutionen in Schleswig-Holstein.
Im 100. Jahr seines Bestehens legen wir nun eine Jubiläumsschrift vor, um damit auf die Besonderheiten seiner geschichtlichen Entwicklung aufmerksam zu machen.

Dieses Heft erhalten sie bei uns in der Geschäftsstelle oder auf Anfrage per Post. (Schutzgebühr: 4 €, oder Spende)

Wohlfahrtspflege wurde von den Gründerinnen der AWO als eine Aufgabe und Verpflichtung von Staat und Gesellschaft verstanden. Die AWO hat in der Sozialgesetzgebung der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts wesentliche Eck-pfeiler gestaltet. Gleichzeitig verstehen wir uns als Interessenvertretung für benachteiligte Menschen gegenüber Politik und Verwaltung.
Der Leitspruch "Aktiv für fortschrittliche Sozialpolitik" am AWO-Haus in Heide beschreibt den Kern unserer heutigen Arbeit. Ein umfangreiches zivilgesellschaftliches sowie ehrenamtliches Engagement vieler Menschen ergänzt hier die staatliche und kommunale Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
Die AWO und insbesondere der Ortsverein Heide leisten aus ihrer Mitgliedschaft heraus sowie aus einem umfangreichen, bürgerlichen Sponsorennetzwerk unmittelbare und unbürokratische Hilfen mit "niederschwelligen Angeboten".
Doch haben wir auch darauf zu achten, dass unsere so organisierten Hilfeleistungen ihren ergänzenden Charakter behalten.

Karsten Wessels
Vorsitzender

Denn die einen sind im Dunkeln,
Und die anderen sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte,
Die im Dunkeln sieht man nicht!

Bertold Brecht



Inhaltsverzeichnis:
Vorworte
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) von 1919 bis1933
Die AWO in der Zeit des Dritten Reichs
Neugründung der AWO-Heide nach dem Zweiten Welt-krieg
SPD und AWO - Selbstverständnis
der AWO Selbsthilfeorganisation damals und heute
Die AWO in den 60er, 70er, 80er Jahren
Die AWO in den 90er Jahren
- aus dem Wohnzimmer in die Geschäftsstelle
Die Ära Siegel
Die Ära Wessels
Partner und Netzwerk
Öffentlichkeitsarbeit
Tafel Heide
10 Jahre Heider Kindertafel
Jugendwerk
Ausblick

Sandra Klasen neue Zweite Vorsitzende

Vorstand wird jünger und weiblicher

Die Diplomsozialpädagogin Sandra Klasen
ist am Sa. 9. März auf der AWO-Mitgliederversammlung in Heide
zur neuen zweiten Vorsitzenden des AWO-Ortsvereins gewählt worden.
Sandra war bis 2017 beim Kommunaldiakonischen Wohnungsverband
im Heider Rathaus tätig. Aus dieser Zeit ist sie bestens mit der AWO Heide
sowie mit ihren Menschen und Aufgaben vertraut.
Uwe Habeck, seit 2014 zweiter Vorsitzender legte sein Amt aus gesundheitlichen
Gründen nieder. Sein Abschied wird von einem großen Dank aus Vorstand und Mitgliedschaft begleitet.
Karsten Wessels, Vorsitzender der AWO bezeichnet diesen Wechsel als ersten Baustein für einen Generationswechsel, welcher im Laufe der aktuellen Amtszeit
schrittweise eingeleitet wird.

Neues Arbeitsmarktprojekt erfolgreich gestartet

Aus Ehrenamt und Maßnahmen des Jobcenters in tarifliche Arbeitsverhältnisse

In der Großen Koalition hat die SPD unter ihrem Arbeitsminister Hubertus Heil neue Chancen für langzeitarbeitslose Menschen eröffnet. Mit dem Teilhabechancengesetz ist im Sozialgesetzbuch II (SGBII) der § 16i als Regelinstrument eingeführt worden. Damitwerden nun öffentlich geförderte, sozialversicherungspflichtige und tariflich entlohnte Arbeit für viele tausend Menschen in Deutschland fördern wird. Unter dem gängigen dem Projektnamen „Mitarbeit“ werden Beschäftigungsverhältnisse bei Arbeitgebern, Wohlfahrtsorganisationen oder Kommunen bis zu 5 Jahren gefördert.

Dazu der ehrenamtliche Vorsitzende der AWO Heide, Karsten Wessels:
„Wir haben öffentlich geförderte Arbeit schon seit vielen Jahren eingefordert und begrüßen diese Gesetzesinitiative außerordentlich. Schon als die Grundidee im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, haben wir unverzüglich die ersten Schritte eingeleitet. Mit dem Jobcenter Dithmarschen wurden die Personalauswahl und die Arbeitsstellen vorbereitet. Nachdem am 20. Dez. 2018 die Tinte unter dem Gesetz getrocknet war, haben AWO und Jobcenter sofort losgelegt.“
Bundesweit ist die AWO Heide einer der ersten Arbeitgeberinnen, welche Menschen mit diesem Programm aus der Langzeitarbeitslosigkeit herausholt. Am 15. Januar konnten die ersten fünf von sieben Arbeitsverträgen bei der Tafel Heide und in der AWO-Hauswirtschaft abgeschlossen werden. Die zuvor ehrenamtlich oder über Arbeitsgelegenheiten beschäftigten Mitarbeiter*innen haben damit nach vielen Jahren Arbeitslosigkeit und Maßnahmen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, von der sie leben können.
Die AWO kann damit ihre sozialen Dienstleistungen in Heide und Umgebung personell absichern. Da das Programm gleichzeitig einen Fokus auf Tariflohn legt, wirkt es sich bei der AWO in Heide auch für die übrigen Beschäftigten mit der Umstellung von Mindestlohn auf Tarifgehälter direkt aus.
Eine win-win-Situation für alle: Beschäftigte, Stadt, Gemeinden, Arbeitsmarkt, und für die Menschen, die unsere Hilfeleistungen brauchen.
Fazit: sozialdemokratische Politik wird hier mit sozialdemokratischer Grundhaltung umgesetzt und direkt für die Menschen vor Ort wirksam.

Karsten Wessels

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